Sofortsuche Stellenanzeigen

Video-Vorstellungsgespräch: So überzeugen Sie auf Distanz!

von Jeannine Lade-Berns

Inzwischen längst zur Normalität geworden sind die Bilder von Businessleuten, die in Hemd und Sakko am Homeoffice-Schreibtisch sitzend eine Video-Konferenz führen. In den sozialen Medien kursieren dazu zahlreiche Einblicke unter die Tische. Ballonseidene Jogginghosen oder großformatige Hausschuhe in Kuscheltierform offenbaren dort ganz persönliche Einblicke ins Businesslive, die den übrigen Videokonferenz-Teilnehmern jedoch tunlichst verborgen bleiben. Im Idealfall. Nutzerzahlen von Programmen wie Zoom oder Skype sind in der Corona Krise explodiert. Und ebenso im Bereich Recruiting ist das Video-Vorstellungsgespräch nicht mehr wegzudenken. Damit Sie ganz ohne Jogginghose oder Hausschuhe einen bleibenden Eindruck hinterlassen, haben die Personalisten Ihr Erfolgsrezept parat.

Video-Vorstellungsgespräch: Vorbereitung ist alles!

Glückwunsch! Sie haben eine Einladung für die erste Runde des Bewerbungslaufs Ihres Traumjobs erhalten und dürfen in einem Video-Vorstellungsgespräch von sich überzeugen. Nun gilt es, frühzeitig Vorbereitungen zu treffen, damit es kurz vor dem Termin nicht hektisch wird. Klären Sie zunächst die drei wichtigsten Fragen:

  • Tauschen Sie die Kontaktdaten für das verwendete Tool und außerdem noch alternative Kontaktmöglichkeiten aus. Falls es technische Schwierigkeiten gibt, können sie so zunächst auf einen anderen Kanal ausweichen.
  • Klären Sie, wer wen kontaktiert, damit nicht beide Seiten auf den Anruf des anderen warten.
  • Legen Sie die Uhrzeit und - für den Fall, dass sich der Gesprächspartner im Ausland befindet - die Zeitzone fest.

Sind die Rahmenbedingungen geklärt, installieren Sie die zu verwendende Software und erstellen Ihr Profil. Sofern Sie bereits einen Account haben, prüfen Sie unbedingt die Businesstauglichkeit oder richten sich ein separates Profil für geschäftliche Zwecke ein. Usernamen wie "Chaos-Carsten" oder Master-of-Desaster" wirken eher kontraproduktiv im Rahmen der Jobsuche. Ihr Profilbild sowie der hinterlegte Status sollten seriös wirken. Darüber hinaus denken Sie bitte daran, die Privatsphäre-Einstellungen so zu wählen, dass Sie von Ihrem Gesprächspartner auch kontaktiert werden können.

Sobald Sie die Grundeinstellungen vorgenommen haben, führen Sie zuerst ein Probegespräch mit einer Ihnen bekannten Person. So können Sie sich mit den Funktionen des Tools vertraut machen und darüber hinaus die Hardware testen. Hat die Kamera eine ausreichende Auflösung? Gibt das Mikrofon einen guten Klang aus? Früh genug geprüft, können Sie bei Bedarf immer noch optimieren.

Der Teufel liegt im (Video-)Detail

Neben den technischen Details gibt es außerdem noch eine Menge visueller Themen zu bewältigen, um im Video-Vorstellungsgespräch so richtig zu punkten. Schaffen Sie eine ruhige, jedoch keine sterile Atmosphäre. Der Hintergrund sollte möglichst neutral sein. Vielleicht möchten Sie gern literarische Highlights, Familienportraits oder Auszeichnungen subtil präsentieren, die Personalisten raten jedoch eindeutig davon ab. Der Fokus sollte auf Ihnen ruhen und der Gesprächspartner nicht abgelenkt werden. Weitere wichtige Punkte:

  • Wählen Sie angemessene Kleidung: Auch wenn das Gespräch im Homeoffice stattfindet, kleiden Sie sich so, als würden Sie sich persönlich treffen. Also, auch unten rum. Kein Sakko mit Boxershorts.
  • Sorgen Sie für vorteilhafte Beleuchtung. Ideal ist folgendes Setting: Hauptlicht von gerade vorn, ein diffuses von leicht seitlich unten und eins, das den Hintergrund leicht ausleuchtet. Sofern nur eine Lampe zur Verfügung steht, die Ausleuchtung von vorn wählen oder sich mit dem Gesicht zum Fenster positionieren.
  • Akustische Störungen ausschließen. Schließen Sie das Fenster und informieren Sie Ihre Mitbewohner, dass Sie nicht gestört werden dürfen. Haustiere sperren Sie für das Gespräch idealer Weise aus Ihrem Zimmer aus, das Telefon wird ausgestellt.
  • Schließen Sie Ihr genutztes Gerät an das Stromnetz an, sorgen Sie für stabiles Internet, schließen Sie alle nicht notwendigen Programme und versorgen Sie sich mit allen Unterlagen, einem Notizblock, zwei Stiften und - sehr wichtig - einem Glas Wasser.

Und dann kann es losgehen ins Interview!

Dos and Don'ts während des Gesprächs

Fangen wir einmal mit den Don'ts an: Denkbar ungünstig wäre eine unprofessionelle oder zu saloppe Begrüßung, denn Sie haben keine zweite Chance für einen ersten Eindruck. Vergessen Sie nicht den Namen Ihres Gesprächspartners. Darüber hinaus vermeiden Sie Mimik und Körpersprache, die zu viel Nervosität oder zu wenig Ernsthaftigkeit signalisieren.

Empfehlenswert hingegen ist es, sehr deutlich und in normalem Tempo zu sprechen. Auch dies können Sie zuvor üben. Sehen Sie Ihr Gegenüber an (Blick in die Kamera) und nicht sich selbst wie in einem Spiegelbild. Zum inhaltlichen Gelingen kann beitragen, wenn Sie sich Ihren Lebenslauf an den Bildschirm kleben, um so immer mal einen kurzen Blick darauf werden zu können. Notieren Sie sich außerdem Fragen inkl. Antworten, die an Sie gerichtet werden könnten sowie eigene Fragen zum Unternehmen und der Position, auf die Sie sich bewerben.

Last but not least: Seien Sie authentisch, jedoch nie zu Lasten der Professionalität. Wenn Sie diese einfachen Personalisten-Tipps verinnerlichen, werden Video-Vorstellungsgespräche für Sie zum Erfolgsgaranten für den Schritt in die nächste Bewerbungsrunde.

Das Personalisten-Fazit

Auch nach der Corona-Krise wird das Video-Vorstellungsgespräch langfristig das Mittel der Wahl für ein erstes Kennenlernen von Kandidat und Recruiter bleiben. Größere Flexibilität, das Wegfallen von Reisekosten, eingesparte Zeit, unauffällige Bewerbungsläufe - das alles sind Argumente für die zunehmende Digitalisierung der Jobsuche. Das Karriere Speed-Dating birgt viele Vorteile, aber auch ein paar Herausforderungen an die Kandidaten. Doch wer sich frühzeitig mit neuen Technologien beschäftigt und ein paar Regeln fürs Video-Interview und den gesamten Bewerbungsprozess berücksichtigt, kann auch am Bildschirm so richtig punkten.

Foto: Dylan Ferreira auf unsplash

Zurück