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Digitalisierung und Nachhaltigkeit - ein Widerspruch?

von Jeannine Lade-Berns

Klimadiskussionen beherrschen heute zu Recht die öffentlichen Debatten. Und auch beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos waren Klimafrage und Umweltschutz wichtige Bestandteile. Nicht zuletzt hat die Fridays for Future Bewegung den Klimawandel zum globalen Gesprächsthema gemacht. Ein weiteres, großes Thema des Weltwirtschaftsforums war die Digitalisierung. Doch wie können sich in Zeiten der Transformation Digitalisierung und Nachhaltigkeit zugunsten des Klimaschutzes vereinen lassen? Oder stehen sie sogar im Widerspruch? Die Personalisten mit Gedanken zu neuen Technologien gegen die Klimakrise.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit - ist das möglich?

Lange bestand die Annahme, digitale Technologien seien völlig klimaneutral. Vielleicht, weil es sich dabei um eine komplett immaterielle Welt handelt. Stattdessen ist das Gegenteil der Fall. Die Informations-Technologie von heute hat (noch) einen enormen Energiebedarf. Für dessen Bereitstellung wird möglicherweise mehr CO2 freigesetzt, als durch den gesamten, weltweiten Flugverkehr. Zahllose Rechner, Geräte, ein weltumspannendes Netz und darin versandte, ungeheure Datenmengen. Jeder Datentransfer benötigt Energie. Jedes Hochleistungs-Rechenzentrum muss mit großem Energieaufwand betrieben und vor allem gekühlt werden. Der Energieverbrauch digitaler Technologien steigt kontinuierlich. Getrieben wird diese Entwicklung hauptsächlich von Cloud- und Streamingdiensten, Online-Gaming und KI-Anwendungen wie zum Beispiel Sprach- oder Fahrerassistenzsystemen.

Bei Altbewährtem unternehmen wir längst Maßnahmen in Richtung Energieeinsparung. Wir achten bei Kühlschränken auf die Energieeffizienzklasse und beim Kauf eines Autos steigen wir inzwischen gern auf Hybrid- oder Elektromotoren um. Doch wie sieht es mit digitalen Technologien aus? Die Lösung wird nicht der Verzicht sein. Wir kühlen auch heute nicht weniger Lebensmittel als früher, haben aber den Energieaufwand dafür drastisch reduziert. Die Lösung muss also sein, den Energieverbrauch von Hard- und Software zu minimieren.

Energieeffizienz - nicht nur bei Glühlampen ein Must-have

Am Hasso-Plattner-Institut an der Universität Potsdam arbeiten deshalb Wissenschaftler im Rahmen der Clean-IT-Initiative mit Hochdruck daran, den Energiefresser KI und seine aufwendigen Learnings energieeffizienter zu gestalten. Das Institut beschäftigt sich damit, den Aufwand einzelner Rechenschritte zu senken. Damit die Digitalisierung im großen Stil voranschreiten kann, muss sie schnell Ihren Beitrag zur Schonung der natürlichen Ressourcen leisten.

Doch in den zahlreichen Foren und Diskussionsrunden beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos war man sich dennoch einig: Digitale Technologien, selbst wenn ihr CO2 Ausstoß noch Optimierungsbedarf aufweist, bieten schon heute ideale Möglichkeiten, wirtschaftliches Wachstum und Umweltschutz zu vereinen. Wertschöpfung und Nachhaltigkeit schließen einander nicht aus. Ganz im Gegenteil: Moderne Technologien begünstigen geradezu nachhaltige Wertschöpfungsketten.

Moderne Technologien begünstigen nachhaltige Wertschöpfungsketten

Kein Unternehmen verzichtet heute noch darauf, den Nachweis darüber zu erbringen, dass die Lieferkette ökologische und soziale Standards erfüllt. Die Digitalisierung stellt deshalb ein maßgebliches Instrument gerade für mittelständische Unternehmen dar, diesen Nachweis lückenlos zu erbringen und ein nachhaltiges Wertschöpfungsketten-Management umzusetzen. Großen Einfluss hat die Digitalisierung außerdem auf Logistikprozesse in Unternehmen: Der gesamte Materialfluss von der Eingangs- zur Ausgangslogistik kann automatisiert und hinsichtlich seiner Transparenz, Effizienz und vor allem seines Energiebedarfs optimiert werden. Mit diesem spannenden Themenkreis befasst sich übrigens in Kürze eine ganze Logistikmesse, die LogiMAT in Stuttgart.

Nachhaltige Entwicklung und Digitalisierung sind die zentralen Transformationsprozesse, mit denen wir uns beschäftigen müssen. Sie eröffnen große Chancen, innovative Lösungsansätze zu entwickeln. Gleichzeitig sind sie jedoch mit neuen Herausforderungen verbunden. Es geht darum, Digitalisierung nachhaltig zu gestalten und nachhaltige Entwicklung mit digitalen Technologien zu unterstützen. Daher müssen Digitalisierung und nachhaltige Entwicklung konsequent zusammengedacht werden. Die Personalisten sind sich sicher: Digitalisierung und Nachhaltigkeit - ganz klar kein Widerspruch, sondern die Zukunft erfolgreicher Wertschöpfungsketten.

 

 Foto: Jordan Harrison, unsplash

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